Weiterentwicklung des Maßnahmenpakets zur Kurzarbeit in Frankreich ab 1. Juni 2020

Im Rahmen der seit einigen Monaten vorherrschenden Gesundheitskrise richtete die Regierung ein Maßnahmenpaket zur Kurzarbeit ein, bei dem der Staat 70 % des Bruttostundenlohns jedes von dem Maßnahmenpaket betroffenen Arbeitnehmers, bis zu einer Höhe von 4,5 Mal des gesetzlichen Mindestlohns übernimmt (mindestens jedoch 8,03 €/Stunde).

Um die Wiederaufnahme der Tätigkeit zu begleiten, ändern sich die Bedingungen für die Kostenübernahme durch den Staat ab dem 1. Juni:

Der Arbeitgeber ist weiterhin verpflichtet, seinen vom Maßnahmenpaket betroffenen Arbeitnehmern eine Entschädigung in Höhe von 70 % der Bruttovergütung (entspricht ca. 84 % der Nettovergütung) bzw. mindestens den Netto-Mindestlohn zu zahlen.

Allerdings wird die Kostenübernahme dieser Entschädigung durch den Staat auf 60% des Bruttolohns des Arbeitnehmers, bis zur Höhe von 4,5 Mal des gesetzlichen Mindestlohns reduziert; dies entspricht nun 85 % der durch den Arbeitgeber ausgezahlten Entschädigung gegen zuvor 100 %.

Beispielsweise erhält ein Arbeitnehmer mit einer Vergütung von 2.000 € gegen 35 Stunden pro Woche von seinem Arbeitgeber eine Entschädigung von 1.400 € für Kurzarbeit.

Der Staat zahlt dem Arbeitgeber für die Kurzarbeit dieses Arbeitnehmers eine Beihilfe in Höhe von:

  • 1.400 € bis zum 31. Mai 2020 (d. h. 100 % der ausgezahlten Entschädigung)
  • 1.200 € ab dem 1. Juni 2020 (d. h. etwa 85 % der ausgezahlten Entschädigung)

Diese Anpassungen gelten jedoch nicht für Branchen, die aufgrund der Gesundheitskrise besonderen gesetzlichen oder regulatorischen Beschränkungen unterliegen. Letztere erhalten weiterhin einen staatlichen Beitrag von 70 % (entsprechend 100 % der vom Arbeitgeber gezahlten Entschädigung bis zu einem Höchstbetrag von 4,5 Mal des gesetzlichen Mindestlohns).

Darüber hinaus müssen Eltern, deren Kinder von der Schule ausgeschlossen sind (Schulschließung, als nachrangig eingestufte Kinder), ab dem 2. Juni eine von der Schule ausgestellte Bescheinigung über den Ausschluss des Kindes vom Unterricht vorlegen, um vom Maßnahmenpaket der Kurzarbeit profitieren können.

Für weitere Informationen steht Ihnen Ihre üblicher Ansprechpartner bei KPMG sehr gerne zur Verfügung.

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