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Das Jahressteuergesetz 2019

Das Jahressteuergesetz 2019

 

Das von der Nationalversammlung verabschiedete Jahressteuergesetz für 2019 ist am 30. Dezember 2018 veröffentlicht worden.

Nachfolgend geben wir Ihnen einen kurzen Überblick über die wichtigsten Maßnahmen, die Ihr Unternehmen betreffen könnten.

 

  1. Zusatzabschreibung auf Investitionen in Robotertechnik

 

Um die Investitionen der Industrieunternehmen zu fördern, wurde für KMU (nach EU-Definition) ein neuer Mechanismus von steuerlichen Zusatzabschreibungen auf Investitionen in Robotertechnik und digitale Umwandlungsausrüstungen, geschaffen.

Konkret handelt es sich um folgende begünstigte Investitionsgüter: Roboteranlagen, Software für Computer Aided Design und Fabrikation, Sensoren, Produktionsmaschinen mit programmierbarer oder digitaler Bedienung,…

Diese Zusatzabschreibungen findet Anwendung für ab dem 1. Januar 2019 endende Geschäftsjahre und betrifft nur Güter, die unmittelbar für eine industrielle Tätigkeit eingesetzt werden.

Der Zusatzabschreibungen betrifft neue Güter, die zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 31. Dezember 2020 erworben oder vom Unternehmen hergestellt wurden, und für die eine verbindliche Bestellung nach dem 20. September 2018 nachgewiesen wird.

Bei Leasingverträgen oder Mietverträgen mit Kaufoption, kann der Leasingnehmer an Stelle des rechtlichen Eigentümers den Sonderabzug vornehmen.

Die Zusatzabschreibung beträgt 40% der Anschaffungskosten der aktivierten Investitionen, und wird linear über die gewöhnliche Nutzungsdauer des Anlagegutes verteilt; diese Zusatzabschreibung wird nicht in der Buchhaltung des Unternehmens erfasst, sondern wird bei der Ermittlung der Bemessungsgrundlage der Körperschaftsteuer als Sonderabzug berücksichtigt.

 

2.  Begrenzung der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Zinsen bei Gesellschaften, die der Körperschaftsteuer unterliegen

 

 

Verschiedene Regelungen bezüglich der Beschränkung der Abzugsfähigkeit der Zinsaufwendungen werden mit Geschäftsjahresbeginn 1.1.2019 aufgehoben, und ersetzt durch eine globalen Zinsschranke, die aus den Bestimmungen der ATAD-Richtlinie (Anti-tax avoidance directive) resultiert.

Die an nahstehende Unternehmen geleisteten Zinsen bleiben weiterhin steuerlich nur bis zu einem von der Steuerverwaltung mitgeteilten Höchstsatz abzugsfähig, es sei denn, der Marktzinssatz liegt höher (dieser Nachweis muss bei einer Steuerprüfung erbracht werden können).

 

Die neuen Vorschriften:

 

Die von einem Unternehmen, das nicht Mitglied einer steuerlichen Organschaft ist, getragenen Nettofinanzaufwendungen (Finanzaufwendungen minus Finanzerträge) sind für die Ermittlung der Bemessungsgrundlage der Körperschaftsteuer in Höhe des höheren der beiden folgenden Beträge abzugsfähig:

  • 30% des zu versteuernden Einkommens, vor Steuern, Zinsen, Wertberichtigung und Abschreibungen; die Bemessungsgrundlage entspricht also einem steuerlichen EBITDA;
  • oder 3 Millionen Euro pro Geschäftsjahr.

Es gelten besondere Regeln für Unternehmen, die Mitglied einer konsolidierten Gruppe sind, für die die Möglichkeit besteht, zusätzliche Zinsaufwendungen abzusetzen. Wenn das Verhältnis zwischen dem Eigenkapital und der Bilanzsumme des betroffenen Unternehmens gleich oder höher als das gleiche Verhältnis innerhalb der entsprechenden konsolidierten Gruppe ist, so kann das Unternehmen noch zusätzlich 75% der zuvor nicht abzugsfähigen Zinsaufwendungen absetzen.

Weiterhin gilt für verbundene Unternehmen, die stark unterkapitalisiert und mittels Gruppendarlehen finanziert sind, dass die anwendbare Obergrenze niedriger liegt; die Nettofinanzaufwendungen sind dann nur abzugsfähig in Höhe des höheren der beiden folgenden Beträge :

  • 10% des zu versteuernden Einkommens, vor Steuern, Zinsen, Wertberichtigung und Abschreibungen ;
  • oder 1 Million Euro pro Geschäftsjahr.

Es wurde im Gegenzug ein Vortragsmechanismus der im Geschäftsjahr nicht abzugsfähigen Nettofinanzaufwendungen geschaffen: die in einem Jahr nicht abzugsfähigen Zinsaufwendungen sind unter verschiedenen Bedingungen auf die folgenden Geschäftsjahre vortragbar.

Es ist noch anzumerken, dass, wenn die abzugsfähigen Nettozinsen unter den vorgegebenen Grenzen liegen, die Differenz eine unbenutzte Abzugskapazität darstellt, die im Laufe der fünf folgenden Geschäftsjahren noch genutzt werden kann.

Letztendlich sind die neuen Vorschriften zur Zinsschranke auch für die steuerliche Organschaft angepasst worden. Die in der Gruppe angefallenen Finanzaufwendungen sind für die Ermittlung des zu versteuernden Organschaftseinkommens auch nur in Höhe des höheren der beiden folgenden Beträge abzugsfähig:

  • 30% des zu versteuernden Gruppeneinkommens, vor Steuern, Zinsen, Wertberichtigung und Abschreibungen;
  • oder 3 Millionen Euro pro Geschäftsjahr.

 

3.  Neue Vorschriften innerhalb einer steuerlichen Organschaft

 

 

Generell gilt, dass außerhalb einer steuerlichen Organschaft ein Beteiligungsveräußerungsgewinn innerhalb einer Gruppe steuerlich neutralisiert wird, mit Ausnahme eines „Anteils an besteuerbaren Aufwendungen und Kosten“ in Höhe von 12% des Veräußerungsgewinnes. In der Organschaft aber wurde dieser 12%-Anteil steuerlich neutralisiert, sodass der Ertrag komplett steuerfrei war; ab 1.1.2019, wird auch dieser Anteil nicht mehr neutral behandelt, sondern ist ein Bestandteil des zu versteuernden Organschaftseinkommens.

Die gewährten Forderungsverzichte oder Subventionen zwischen den an der steuerlichen Organschaft beteiligten Gesellschaften wurden bisher für die Ermittlung des zu versteuernden Gruppeneinkommens nicht einbezogen. Ab 1.1.2019, werden solche Forderungsverzichte oder Zuschüsse für die Ermittlung des zu versteuernden Organschaftseinkommens nicht mehr neutralisiert.

Weitere Bestimmungen betreffen die Verrechnungspreise innerhalb der steuerlichen Organschaft. Das Jahressteuergesetz gestattet nun ausdrücklich, dass Güterlieferungen (außer von Sachanlagen) und Dienstleistungen zwischen den Einzelgesellschaften zu einem Preis erfolgen können, der unter dem reellen Wert (Drittvergleich) liegt, aber der mindestens den Anschaffungskosten entspricht.

 

4.  Weitere Themen :

 

Zudem sind verschiedene sonstige Maßnahmen, die wir in diesem Artikel nicht im Detail vorstellen können, Bestandteil des Jahressteuergesetzes 2019; nachstehend nennen wir Ihnen einige dieser Themen:

  • für die ab 1.1.2019 beginnenden Geschäftsjahren ist die Besteuerung der Erträge aus gewerblichen Schutzrechten (Patente, Fabrikationsverfahren, …) geändert worden: die Erträge werden nun mit einem Satz von 10% besteuert;
  • es müssen mehr Angaben dazu gemacht werden, welche Ausgaben mittels der Forschungssteuergutschrift finanziert werden;
  • Auf dem Gebiet der Mehrwertsteuer sind verschiedene EU Richtlinien in das nationale Steuergesetzbuch übertragen worden;
  • Bezüglich des Immobilienbeitrages der Unternehmen (frz. „CFE“) sowie der Grundsteuer sind die Vorschriften zur Ermittlung des Mietwertes von industriellen Bauwerken geändert worden.

 

Für weiterführende Erläuterungen stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.