Frankreich einigt sich mit Deutschland, Belgien und der Schweiz hinsichtlich der Einkommensbesteuerung von Grenzgängern während der Corona-Krise

Bereits zu Beginn der Corona-Krise im März 2020 vereinbarte Frankreich mit Deutschland, Belgien und der Schweiz die für Grenzgänger geltenden Ausnahmeregelungen für die Besteuerung deren Einkünfte auch bei Home-Office-Arbeit aufrechtzuerhalten.

In der Woche vom 11. Mai 2020 vereinbarten dieselben Länder Abkommen für die Grenzgänger, die nicht von diesen Ausnahmeregelungen profitieren können, da sie zwar außerhalb Ihres Wohnsitzstaates arbeiten, aber außerhalb der in den Doppelbesteuerungsabkommen definierten Grenzgebiete wohnen oder arbeiten.

So sehen die im Mai vereinbarten Abkommen für diese Grenzgänger vor, dass die Arbeitstage, welche aufgrund der Corona-Maßnahmen im Home-Office geleisteten werden müssen – entgegen der Standardregelung – als Arbeitstage in dem Staat geltend gemacht werden können, in dem sie normalerweise ihre Tätigkeit ausüben.

Somit hat die Tätigkeit im Home-Office für Grenzgänger keinen Einfluss auf deren Einkommensbesteuerung. Für Grenzgänger, die von diesen Abkommen allerdings nicht Gebrauch machen möchten, gelten die im Home-Office geleisteten Arbeitstage als im Wohnsitzstaat steuerpflichtig.

Das Abkommen mit Deutschland legt übrigens fest, dass das aus deutscher gesetzlicher Sozialversicherung an in Frankreich wohnhafte Arbeitnehmer gezahlte Kurzarbeitergeld, nur in Frankreich steuerpflichtig ist.

Die mit Deutschland und der Schweiz geschlossenen Abkommen gelten ab dem 11. und dem 14. März 2020 und werden stillschweigend monatlich verlängert, solange die Vertragsstaaten der Ansicht sind, dass die Gesundheitskrise dies rechtfertigt.

Das mit Belgien geschlossene Abkommen gilt vom 14. März bis 30. Juni 2020. Nach diesem Datum können beide Länder eine Verlängerung vereinbaren.

Ihr Steuerberater in Frankreich (deutschsprachig)