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Zinssätze 2020 für Gesellschafterkonten in Frankreich

Zinsen, die an Gesellschafter oder Aktionäre für Beträge gezahlt werden, die sie der Gesellschaft über ihren Gesellschafteranteil hinaus zur Verfügung stellen, werden vom steuerpflichtigen Ergebnis bis maximal zum Mittelwert der durchschnittlich angewandten Effektivzinssätze, die Kreditinstitute für variabel verzinsliche Darlehen an Unternehmen mit einer ursprünglichen Laufzeit von mehr als zwei Jahren berechnen, abgezogen.

Zinssätze 2020 für Gesellschafterkonten in Frankreich

Für das Kalenderjahr 2020 beträgt der maximal abzugsfähige Zinssatz für Kontokorrentkonten von Gesellschaftern 1,18 %

Ihr Deutsch sprechender Steuerberater in Frankreich

 

Mindestlohn 2021 (sog. „SMIC”) in Frankreich

In Frankreich liegt der gesetzliche Mindestlohn (sog. „SMIC“) seit dem 1. Januar 2021 bei 1 554,62 € brutto für 151,67 Stunden pro Monat, d.h. 10,25 € brutto pro Stunde.

Mindestlohn 2021 (sog. „SMIC) in Frankreich

Die Tarifverträge können, je nach Einstufung des Personals, Tariflöhne vorsehen, die höher als der gesetzliche Mindestlohn liegen.

Für weitere Informationen steht Ihnen unser deutsch-französisches Team gerne zur Verfügung. Bitte nutzen Sie hierzu einfach das Kontaktformular.

Lohnabrechnung in Frankreich : wir stehen zu Ihrer Verfügung

 

Die Anzeige- und Redepflicht des Abschlussprüfers in Frankreich

Einleitung

Abschlussprüfer in Frankreich unterliegen einer Vielzahl unterschiedlicher Anzeige- und Redepflichten, deren Nichteinhaltung empfindlich sanktioniert wird. Diese Redepflicht besteht sowohl gegenüber den Organen der zu prüfenden Gesellschaften, als auch gegenüber staatlichen Institutionen und Behörden.

Die Anzeige- und Redepflicht des Abschlussprüfers in Frankreich

Artikel 823-12 des französischen Handelsgesetzbuches stellt die wesentliche Rechtsgrundlage der Anzeige- und Redepflicht dar. Demnach hat der Abschlussprüfer der Hauptversammlung oder anderen zuständigen Organen über Unregelmäßigkeiten und Ungenauigkeiten zu berichten, für börsennotierte Kapitalgesellschaften hat darüber hinaus eine Mitteilung an die französische Kapitalmarktaufsicht, den AMF, zu erfolgen. Ordnungswidrigkeiten und Straftaten, die der Abschlussprüfer im Rahmen seiner Abschlussprüfung identifiziert, müssen in einem formalisierten Verfahren der Staatsanwaltschaft bekannt gemacht werden. Darüber hinaus bestehen besondere Regelungen im Bereich der Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, nach denen eine standardisierte Mitteilung über das sogenannte Tracfin-Portal zu erfolgen hat.

Versäumt der Abschlussprüfer eine Offenlegung von Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten an die Staatsanwaltschaft, drohen bis zu 75.000 Euro Bußgeld sowie eine Freiheitstrafe von 5 Jahren. Die Nichtmitteilung durch den Abschlussprüfer wird im Ergebnis also wesentlich härter bestraft, als die durch die Organe der zu prüfenden Gesellschaft möglicherweise begangenen Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten. Dies unterstreicht die Qualifizierung des Auftragsverhältnisses und Status der Prüfung als gesetzliche Jahresabschlussprüfung im öffentlichen Interesse. Flankiert wird dieser Status in Frankreich durch eine verpflichtende Mandatierung der Prüfungsgesellschaften für eine Dauer von sechs Jahren sowie der Verpflichtung zum Joint Audit für große Unternehmensgruppen.

  • Unregelmäßigkeiten und Ungenauigkeiten

Der Abschlussprüfer berichtet der Hauptversammlung über wesentliche Unregelmäßigkeiten oder Ungenauigkeiten, die er im Rahmen der Auftragsabwicklung identifiziert hat. Solche Feststellungen, die direkten Einfluss auf das zu prüfende Zahlenwerk haben, haben bei unterlassener Fehlerkorrektur zu einer Einschränkung oder Versagung des Prüfungsurteils zu führen. Andere Feststellungen, die beispielsweise Anhang oder Lagebericht betreffen, resultieren in einer Hinweispflicht des Abschlussprüfers, dass Angaben entweder vollständig unterblieben oder fehlerhaft sind.

Unregelmäßigkeiten stellen dabei die Nichtbeachtung von gesetzlichen Vorschriften, Verstöße gegen die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung oder Abweichungen von Bestimmungen der Satzung oder Beschlüssen der Hauptversammlung dar. Dabei ist es unbeachtlich, ob die Unregelmäßigkeiten bewusst oder unbewusst herbeigeführt worden sind, beziehungsweise ob sie direkten Einfluss auf die Rechnungslegung haben oder nicht.

Als Ungenauigkeiten gelten fehlerhafte Darstellungen von Sachverhalten in der Buchhaltung und im Jahresabschluss sowie den zugehörigen Dokumenten. Hier gilt ebenso, dass es auf eine bewusste oder unbewusste Falschdarstellung nicht ankommt.

Bezüglich der Feststellungen, die sich weder auf den Jahresabschluss noch auf seinen Anhang auswirken, wie beispielsweise die Versäumung der gesetzlichen Frist zur Re-Kapitalisierung von unterkapitalisierten Gesellschaften, erfolgt eine Ad-Hoc-Mitteilung des Wirtschaftsprüfers an die Hauptversammlung und die relevanten Organe der Gesellschaft.

Im Falle von durch die Gesellschaft vorgenommen Korrekturen vor Abschluss der Prüfung kann der Wirtschaftsprüfer unter Ausübung seines Ermessens und unter Abwägung, ob der Sachverhalt noch Relevanz für die Anteilseigner hat, von einer Berichterstattung absehen.

Im Falle der Prüfung börsennotierter Gesellschaften hat eine formelle Berichterstattung über die Hintergründe und Einzelheiten der identifizierten Sachverhalte an die französische Kapitalmarktaufsicht, den AMF, zu erfolgen. Ebenso muss vorab eine Information an den AMF erfolgen, wenn der Wirtschaftsprüfer plant, das Testat zu versagen.

  • Mitteilung von Ordnungswidrigkeiten und Straftaten

Unter die mitteilungspflichtigen Sachverhalte fallen alle strafbewährten Verbrechen, Vergehen oder Zuwiderhandlungen ab. Die Straftat muss sich als objektiv erwiesen darstellen, bloße Anschuldigungen oder Verdächtigungen sind nicht mitteilungspflichtig. Der Wirtschaftsprüfer ist ebenso nur verpflichtet, ihm bekannte Sachverhalte mitzuteilen, einfache Unregelmäßigkeiten oder Ungenauigkeiten, die eindeutig nicht auf betrügerische Absichten zurückzuführen sind, müssen ebenfalls nicht an die Staatsanwaltschaft übermittelt werden.

Der Wirtschaftsprüfer muss seine Abschlussprüfung nicht systematisch auf das Entdecken möglicher Straftaten ausrichten, allerdings muss er ein hohes Maß an Sorgfalt walten lassen. Insbesondere hat er zu prüfen, ob der ihm bekannt gewordene Sachverhalt einen strafbewährten Verstoß darstellt, indem er die Anwendbarkeit der Gesetzestexte prüft und das mögliche Strafmaß beachtet. Darüber hinaus muss er die weiteren Folgen des Gesetzesverstoßes nachvollziehen und feststellen, was die handelnden Personen erreichen wollten. In seine Überlegung ist einzubeziehen, ob der Versuch einer Handlung bereits strafbewährt ist und ob die Straftat vollendet wurde.

Mögliche meldepflichtige Sachverhalte betreffen Straftaten aus dem Gesellschaftsrecht, wie beispielsweise die Überbewertung von Sacheinlagen, aus der Unternehmensführung, wie beispielsweise die unrechtmäßige Bereicherung, Bilanzfälschungen oder Verstöße gegen den Schutz von Aktionären oder sonstige Gesetzesverstöße, wie beispielsweise die Behinderung der Abschlussprüfung oder Behinderung von Kontrollen der Finanzmarktaufsicht AMF. Die Mitteilung an die Staatsanwaltschaft erfolgt postalisch, es sind alle Feststellungen, Erläuterungen und Unterlagen beizufügen, die der Staatsanwaltschaft zweckdienlich sein könnten. Hierbei ist zu beachten, dass der Abschlussprüfer keinerlei Würdigung des Sachverhaltes vorzunehmen hat.

Die Mitteilung an die Staatsanwaltschaft hat ohne schuldhaftes Zögern zu erfolgen, allerdings wird dem Wirtschaftsprüfer eine angemessene Zeit zur Beurteilung und Analyse des Sachverhaltes eingeräumt. Im Regelfall soll die Frist unter einem Monat betragen. Wenn der identifizierte Sachverhalt Auswirkungen auf den Jahresabschluss hat, so ist im Testat auf diesen einzugehen. Es sind allerdings keine Angaben zur Aufdeckung der Straftat oder detaillierte Angaben zum Vergehen zu machen. Ebenso ist der Wirtschaftsprüfer nicht verpflichtet, im Rahmen seiner Berichterstattung an den Mandanten darauf hinzuweisen, dass eine Weiterleitung von Informationen an die Staatsanwaltschaft erfolgt ist. In der Praxis wird z.B. bei Verstößen gegen die Offenlegung des Jahresabschlusses oder Nichtaufstellung eines Konzernabschlusses der Mandant durch den Abschlussprüfer über die Anzeige informiert werden, um ihm die Möglichkeit einzuräumen, die unterlassenen Handlungen nachzuholen. Bei Straftaten mit Verdunklungsgefahr wird der Abschlussprüfer davon Abstand nehmen, den Mandanten über eine Anzeige zu informieren, um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, gegebenenfalls an der Verschleierung mitgewirkt oder diese ermöglicht zu haben.

  • Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung

In Frankreich gelten besonders strenge Regelungen für Abschlussprüfer und andere freie Berufsgruppen im Zusammenhang mit der Identifizierung von Geldwäscheverdachtsfällen bei ihren Mandanten. Der Abschlussprüfer ist verpflichtet, bei Vorliegen von Tatsachen, die einen Geldwäschefall belegen könnten, aber auch bereits bei losen Verdachtsmomenten oder möglichen Risikokonstellationen, wie beispielsweise unklaren Eigentumsverhältnissen, Geschäften mit Steueroasen oder ähnlichem, eine Mitteilung über das Tracfin-Portal an das Wirtschaftsministerium zu schicken. Darüber hinaus muss er bei Vorliegen derartiger Sachverhalte diese an die Staatsanwaltschaft weiterleiten. Diese Mitteilung erfolgt streng geheim, insbesondere dürfen keinerlei Informationen über den Inhalt oder das Vorhandensein der Mitteilung mit Dritten geteilt werden. Der Abschlussprüfer behält über diese Anzeige keinerlei Aufzeichnungen, damit diese nicht ggf. im Fall externer oder interner Nachschauen entdeckt werden kann. Bei KPMG werden diese Anzeigen in einer separaten Stelle verwahrt.

  • Fazit

Die Anzeige- und Meldepflichten in Frankreich sind vielschichtig und bedürfen vor dem Hintergrund des hohen Strafmaßes bei den Versäumnissen durch den Abschlussprüfer einer besonders sorgfältigen Prüfungsorganisation- und Durchführung. Darüber hinaus bestehen besondere Verfahren und Pflichten des Abschlussprüfers bei der Identifikation von Going-Concern-Risiken, bei unterkapitalisierten Gesellschaften und bezüglich der Mitwirkungs- und Auskunftspflichten gegenüber dem AMF bei seinen Prüfverfahren.

Ihr Deutsch sprechender Wirtschaftsprüfer in Frankreich

 

Befreiung des Arbeitgeberanteils in Frankreich aufgrund der Pandemie

Die Liste der Branchen, welche von der Covid-19-Befreiung und der Zahlungsbeihilfe der Sozialversicherungsbeiträge Gebrauch machen können, wurde durch den Erlass vom 2. November 2020 ergänzt. Unternehmen, die neuerdings für diese Unterstützungsmaßnahmen in Frage kommen, müssen diese spätestens in der „nominativen sozialrechtlichen Meldung“ (sog. „DSN“) im Dezember 2020, welche im Januar 2021 fällig wird, melden.

Erinnerung

Mit dem dritten berichtigenden Finanzgesetz für 2020 wurde eine Befreiung des Arbeitgeberanteils und eine Zahlungsbeihilfe der Sozialversicherungsbeiträge für Arbeitgeber eingeführt, die aufgrund der Covid-19 Pandemie schwer von finanziellen Folgen betroffen sind.

Die Befreiung (und die Zahlungsbeihilfe) des Arbeitgeberanteils betrifft:

  • Arbeitgeber mit weniger als 250 Beschäftigten in den Branchen Tourismus, Hotellerie und Gaststättengewerbe, Sport, Kultur, Luftverkehr und Veranstaltungen (sogenannte “S1”-Branchen), die von der Corona-Krise besonders betroffen sind,
  • Arbeitgeber mit weniger als 250 Beschäftigten in den von den “S1”-Branchen abhängigen Branchen (bekannt als “S1 bis”-Branchen), die einen erheblichen Umsatzrückgang erlitten haben,
  • Arbeitgeber mit weniger als 10 Beschäftigten in anderen als “S1” und “S1 bis” Branchen (bekannt als “S2”-Branchen), deren Tätigkeit mit Publikumsverkehr durch behördliche Schließung unterbrochen wurde.

Die Tätigkeiten in den Branchen “S1” und “S1 bis” sind jene, die ebenfalls für den Solidaritätsfonds in Frage kommen. Die Liste dieser Branchen ist in den Anhängen des Erlasses vom 30. März 2020 aufgeführt, der durch den Erlass vom 2. November 2020 ergänzt wurde.

Infolgedessen sind neue Tätigkeitsbereiche entstanden und zur Erweiterung dieser wurde die Bezeichnung einiger anderer abgeändert. Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten in diesen neu hinzugekommenen Branchen sind daher ab sofort für die Covid-19-Befreiung und für die Zahlungsbeihilfe ausstehender Sozialversicherungsbeiträge beihilfeberechtigt.

Darüber hinaus wurden vier Tätigkeitsbereiche von der “S1 bis”-Branche in die “S1”-Branche umgegliedert. Dabei handelt es sich um die Tätigkeiten “Übersetzer/Dolmetscher”, “Bereitstellung und Vermietung von Festzelten, Zelten, Einrichtungen, Ton, Fotografie, Licht und Pyrotechnik”, “Personenbeförderung mit Taxis und Personenkraftwagen mit Chauffeur” und “Kurzzeitvermietung von Kraftfahrzeugen und leichten Kraftfahrzeugen”. Die diese Tätigkeiten ausübenden Unternehmen müssen keinen erheblichen Umsatzrückgang nachweisen, um von der Befreiung und der Zahlungsbeihilfe Gebrauch machen zu können.

 

Frist für die nominative sozialrechtliche Meldung (sog. „DSN“) für neu hinzugekommene beihilfeberechtigte Unternehmen

Den neu hinzugekommenen beihilfeberechtigten Unternehmen zur Befreiung und Zahlungsbeihilfe von Sozialversicherungsbeiträgen, wird eine angemessene Frist eingeräumt, um die betreffende Meldung zu tätigen.

Die beihilfeberechtigten Unternehmen müssen daher die Befreiung des Arbeitgeberanteils und die Zahlungsbeihilfe der Sozialversicherungsbeiträge in einer künftigen nominativen sozialrechtlichen Meldung, spätestens jedoch in der „DSN“ des Monats Dezember 2020, die am 5. oder 15. Januar 2021 (je nach Unternehmensgröße) fällig wird, melden.

Ihr Lohnbüro in Frankreich

 

 

Unterlagen für die Dezember DSN in Frankreich

Anbei finden Sie eine umfassende Auflistung der Unterlagen, die für die Vorbereitung der abschließenden „nominativen sozialrechtlichen Meldung in Frankreich“ für das Jahr 2020, der sogenannten „DSN“, im Dezember benötigt werden.

DSN

Ersparnisse der Mitarbeitenden :

Eine Kopie Ihrer Vereinbarungen und deren Hinterlegungsbestätigung sind an uns zu übermitteln. Mitzuteilen ist uns der gezahlte Betrag pro Mitarbeitenden, dies in Form:

  • einer Beteiligung,
  • einer Gewinnbeteiligung,
  • an einen Unternehmenssparplan (sog. „EEP“), innerbetrieblichen Sparplan („PEI“) und/oder einen Kollektiv-Renten-Sparplan (sog. „PERCO“) gezahlte Beiträge,
  • Urlaubstage, die Ihre Beschäftigten im Rahmen eines Kollektiv-Renten-Sparplans oder eines Zusatzrentenplans angespart haben.

An Ihre Beschäftigten gezahlte Werbungskosten :

Art und Höhe der folgenden Rückerstattungen sind uns für jeden betroffenen Beschäftigten (zusätzlich zu den bereits auf den Lohn- und Gehaltsabrechnungen aufgeführten Beträgen) zu übermitteln:

  • Werbekosten (tatsächliche Kosten und Pauschalbeträge) (Reise-, Verpflegungs-, Unterbringungs-, Transportkosten usw.)
  • Rückerstattung von Kosten, die normalerweise dem Unternehmen obliegen (Kauf von Briefmarken, Büromaterial, usw.)
  • Pauschalbeträge für berufliche Mobilität:
    • Ausgaben für Unterbringung und Verpflegung
    • Ausgaben im Zusammenhang mit dem Umzug in eine neue Wohnung
  • Pauschale Aufwandsentschädigungen für Geschäftsführer von Unternehmen

Beitrag des Arbeitgebers zur Finanzierung der Sammel- oder individuellen Transportkosten der Arbeitnehmer (Weg von der Wohnung zum Arbeitsplatz) :

Der für jeden Beschäftigten gezahlte Betrag ist uns zu übermitteln (abgesehen von den bereits auf den Lohn- und Gehaltsabrechnungen ausgewiesenen Beträgen).

Gefährdung durch harte Arbeitsbedingungen :

Seit dem 1.Januar 2015 können alle Arbeitnehmer, die harten Arbeitsbedingungen ausgesetzt sind, von einem professionellen Präventionskonto Gebrauch machen.

Sollten Ihre Beschäftigten betroffen sein, müssen Sie für das Jahr 2020 die folgenden harten Arbeitsbedingungen angeben: Tätigkeiten in einer Umgebung mit Überdruck, extreme Temperaturen, Lärm, Nachtarbeit, Arbeit in Wechselschichten und sich wiederholende Arbeiten.

Wenn einer oder mehrere Ihrer Beschäftigten diesen Faktoren ausgesetzt sind, füllen Sie bitte das dieser E-Mail beigefügte Dokument aus.

Zahlung einer Pauschalentschädigung für die Schlichtung vor dem Arbeitsgericht oder einer Einigungsentschädigung :

Wenn Sie diese Art von Leistung gezahlt haben, teilen Sie uns bitte mit, an welchen Beschäftigten und in welcher Höhe dieser gezahlt wurde.

Veränderung der Gegebenheiten im Jahr 2020 :

Jede Veränderung der Gegebenheiten Ihres Unternehmens sollte uns mitgeteilt werden:

    • Änderung auf Niederlassungsebene (Gründung, Verlegung, Adressänderung),
    • Änderung des Status des Geschäftsführers,
    • Einstellung eines mit dem Geschäftsführer verwandten Mitarbeitenden,
    • Veränderung der Tätigkeit,
    • Änderung der Sachbezüge Auto, Wohnung, Sozialversicherung für Geschäftsführer usw. (einschließlich Kauf oder Leasing eines neuen Fahrzeugs),
    • Einführung anderer Leistungen für Arbeitnehmer: Urlaubsgutscheine, Essensgutscheine, Geschenkgutscheine usw.

 Sonderkaufkraftprämie :

Haben Sie Ihren Mitarbeitenden in den letzten 12 Monaten eine Sonderkaufkraftprämie gezahlt, die uns nicht bekannt ist? Sofern dies der Fall sein sollte, senden Sie uns bitte den Tarifvertrag oder die Einstellungserklärung (sog. „DUE“), die dieser Prämie zugrunde liegt, zu und teilen uns Folgendes mit:

  • den gezahlten Betrag: .……………
  • das Datum der Zahlung: .……………

Verfügbare Mitarbeitende :

Zur Optimierung der Berechnung Ihres Personalbestands des Jahres 2020, wären wir Ihnen verbunden, wenn Sie uns Folgendes mitteilen könnten:

  • ob Sie von einem Zeitarbeitsunternehmen zur Verfügung gestellte Mitarbeitende (Zeitarbeitskräfte) eingesetzt haben, und wenn ja, die Daten und Gründe für jeden Zeitarbeitsvertrag in den letzten 12 Monaten.
  • ob Sie Mitarbeitende (oder Beamte) eingesetzt haben, die von einem externen Unternehmen (Subunternehmer, Dienstleister usw.) zur Verfügung gestellt wurden, und wenn ja, die Daten und die Dauer des Einsatzes in den letzten 12 Monaten.

Mitgliedschaft in einem Arbeitgeberverband :

Wenn Sie Mitglied eines Arbeitgeberverbandes sind, der einen Branchentarifvertrag unterzeichnet hat, vorbereiten Sie eine Kopie der Mitgliedschaft für das Jahr 2021.

Mutuelle :

Für Arbeitnehmer, die von der Versicherungspflicht bei der „Mutuelle“ befreit sind, senden Sie uns bitte eine Kopie der Anträge auf Befreiung vom Versicherungsschutz sowie die zugehörigen Belege.

Wir wären Ihnen verbunden, wenn Sie uns Ihre Verträge zur „Mutuelle“ und zur „Prévoyance“ sowie die Gründungsakte, die diesen zugrunde liegt (Betriebsvereinbarung, Referendum oder einseitiger Beschluss) zur Verfügung stellen könnten.

Behinderte Arbeitnehmer :

Ab dem 1. Januar 2020 müssen Unternehmen für die Begünstigten betreffend die Verpflichtung zur Beschäftigung behinderter Arbeitnehmer (sog. „BOETH“), monatlich eine „nominative sozialrechtliche Meldung“ übermitteln. Dazu gehören insbesondere:

    • vom französischen „Ausschuss für Rechte und Autonomie von Menschen mit Behinderungen“ als behindert anerkannte Arbeitnehmer,
    • Opfer eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit, der/die zu einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit von mindestens 10 % führt und Rentenzahlungen impliziert,
    • Bezieher einer Arbeitsunfähigkeitsrente, sofern die Arbeitsunfähigkeit die Arbeitsfähigkeit um mindestens zwei Drittel verringert,
    • In Artikel L.241-2 des Gesetzbuches der Kriegsversehrten- und Kriegsopferrenten erwähnte Begünstigte,
    • In den Artikeln L.241-3 und L.241-4 des Gesetzbuches der Kriegsversehrten- und Kriegsopferrenten erwähnte Begünstigte,
    • Empfänger einer Arbeitsunfähigkeitsbeihilfe oder Rente unter den im Gesetz Nr. 91-1389 vom 31. Dezember 1991 festgelegten Bedingungen,
    • Inhaber des Ausweises “Inklusive Mobilität” mit dem Vermerk “Behinderung” (L.241-3 des französischen Kodex für Sozialhilfe sowie für Familien),
    • Empfänger einer Beihilfe für behinderte Erwachsene,
    • In den Artikeln L.241-5 und L241-6 des Gesetzbuches der Kriegsversehrten- und Kriegsopferrenten erwähnte Begünstigte,
    • Umklassifizierter Beamter (3. Absatz von Artikel L.323-5 des französischen Arbeitsgesetzes),
    • Anspruch auf die Arbeitsunfähigkeitsleistung, die Entschädigungszulage für eine dritte Person oder die Ausbildungszulage für ein behindertes Kind, das ein Praktikum absolviert (L.5217-7 des französischen Arbeitsgesetzes).

Lohnbuchhaltung in Frankreich : wir stehen Ihnen zur Verfügung

 

Gipfeltreffen der deutschen Tochtergesellschaften in der Oberrhein-Region

Beim gestrigen, online stattfindenden Gipfeltreffen der deutschen Tochtergesellschaften in der Oberrhein-Region ging es darum, wie die Region Grand-Est deutsche Unternehmen, die sich in der Region niederlassen möchten, unterstützen kann und welche Auswirkungen die Corona-Krise auf die deutsch-französische Zusammenarbeit hat.

Eine Studie zur Attraktivität Frankreichs und der Oberrheinregion ergab, dass die Anzahl der neuen Investitionen in Frankreich bis ins Jahr 2019 stetig angestiegen ist. Abzuwarten sind jedoch die Folgen der Corona-Krise im Hinblick auf die durch Unternehmen getätigten Investitionen. Dabei gaben 38% der Unternehmen an, ihre Investitionspläne bis 2020 nach unten korrigieren zu müssen, darunter 38% mit einer starken Herabsetzung der Investitionsvorhaben und 62% mit einer leichten Herabsetzung bzw. kaum einer Veränderung.

Aus der Corona-Krise gehen sowohl Gewinner als auch Verlierer hervor. Insbesondere die Sektoren Tourismus und Freizeitaktivitäten, Luft- und Schifffahrt sowie die Automobilindustrie machen potenzielle Verluste. Die Medizin-, Lebensmittel- und Technologiebranche verzeichnet hingegen steigende Gewinne.

Die Erwartungen der Anleger nach der Corona-Krise betreffen insbesondere die Umstellung der Supply-Chain (83%), die Digitalisierung (82%) und die ökologische Transition (57%).

Die Attraktivitätsstudie ergab außerdem, dass Frankreich, vor Großbritannien und Deutschland, das führende Gastland für Investitionen aus dem Ausland ist. Frankreich und Deutschland ziehen dabei ein Drittel der ausländischen Direktinvestitionen in Europa an. Somit hat der „deutsch-französische Motor“, wie ihn der Referent nannte, zunehmend Investitionen im europäischen Ausland getätigt. Darüber hinaus resultiert aus der Studie, dass von deutschen Unternehmen dreimal mehr in Projekte in Frankreich investiert wird als dies umgekehrt der Fall ist. Deutschland ist nämlich nach den USA das Land, dass in Europa am meisten investiert, dies gefolgt von Großbritannien und Frankreich.

Eine sehr erfreuliche Nachricht an die Region Grand-Est ist zudem, dass die Region seit 5 Jahren das vorwiegende Ziel der deutschen Direktinvestitionen in Frankreich ist. In der Region Grand-Est fanden 150 Projekte, gegen 140 Projekte in der Region Ile-de-France und 100 Projekte in der Region Auvergne-Rhône-Alpes, in den letzten fünf Jahren statt. Mehr als 50% der deutschen, ausländischen Direktinvestitionen in der Region Grand-Est sind dabei Industrieprojekte, dies gefolgt vom Handel, von der Logistik sowie von Forschung und Entwicklung.

Hinsichtlich der Perspektiven für 2021 sind die Konjunkturpläne wohl ein neuer Attraktivitätsfaktor. Bei der Wahl einer internationalen Niederlassung werden die Konjunkturprogramme und die öffentliche Unterstützung eine Rolle wie nie zuvor spielen. Neben diesem eher neuen, Corona-geschuldeten Attraktivitätsfaktor werden 2021 weiterhin die Akzeptanz der Technologie durch die Verbraucher, die Bevölkerung und die Verwaltung (71%) sowie die Qualifikation der Arbeitnehmer (61%) eine große Rolle spielen. Angesichts der Corona-Krise konzentrieren sich deutsche Unternehmen mit Niederlassung in Frankreich vor allen auf den Kundeservice (67%), gefolgt von den Englischkenntnissen (52%) sowie der Problemlösungsfähigkeit, der Flexibilität und der Reaktivität (45%).

Eine weitere aus dem Jahr 2018 stammende Studie basiert auf deutschen Unternehmen, die bereits eine Niederlassung in Frankreich gegründet und dort bereits Investitionen getätigt haben. 400 Niederlassungen von deutschen Muttergesellschaften gab es zum Zeitpunkt der Durchführung der Studie, wobei sich 70 Unternehmen in Baden befanden. Aus diesen 70 Unternehmen wurde eine Auswahl von Befragten getroffen. Ursprünglich siedelten sich deutsche Niederlassungen in der Region Grand-Est vor allem im Produktionsbereich, später aber auch im Vertrieb an. Heutzutage ist vor allem der Dienstleistungsbereich neben den Produktionsstätten ausgeprägt. Im Rahmen der Studie stellte sich heraus, dass für 100% der Befragten die Sprachkompetenz in der Region Grand-Est nach wie vor einen nennenswerten Vorteil darstellt. Der Großteil der befragten Unternehmen zeigte sich ebenfalls mit der Ausbildung der Beschäftigten zufrieden. Auf die Frage nach Verbesserungen in Frankreich antworteten die Befragten, dass nicht nur die Sozialversicherungsbeiträge und die Steuerlast verbessert werden sollten, sondern auch die Flexibilität des Arbeitsrechts und die Vorhersehbarkeit des rechtlichen Rahmens in Frankreich noch Potential hätten. Zusammenfassend zeigte auch diese Studie, dass die Region Grand-Est nach wie vor eine dynamische und attraktive Region für deutsche Unternehmen aufgrund der geographischen und kulturellen Nähe, aber auch der Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte darstellt.

In der Gesprächsrunde über die Sichtweise und Erwartungen der Leiter der deutschen Tochter-gesellschaften am Oberrhein von Vertretern der Unternehmen Würth, Schaeffler sowie der Sparkasse und der IHK Karlsruhe bestätigten sich die Ergebnisse der beiden Studien im Hinblick auf die Unterstützung der französischen Behörden, jedoch auch auf die Attraktivität der Region Grand-Est.

Die Region Grand-Est werde oft als Tor zum französischen Markt bezeichnet. Zusammenfassend war die Botschaft der Vertreter sehr positiv. Verbesserungsbedarf wird bei der Erleichterung sozialer Aspekte wie beispielsweise der Entsenderichtlinie, der Infrastruktur auf beiden Seiten des Rheins, den Ansprechpartnern der deutschen Kultur und Sprache sowie bei der Umsetzung des Aachener Vertrags gesehen. Die Gesprächsrunde zur Unterstützung durch die Region Grand-Est und des Elsass war insgesamt auch sehr vielversprechend. Die Vertreter der Behörden der Region Grand-Est versicherten verfügbar zu sein, um deutschen Unternehmen, die eine Niederlassung in Frankreich gründen möchten, zu helfen.

Insgesamt ging aus dem Gipfeltreffen der deutschen Tochtergesellschaften in der Oberrhein-Region hervor, dass das deutsch-französische Tandem sich auf dem richtigen Weg befindet und gemeinsam an einem Strang zieht. Dies spiegelt ebenfalls das Schlusswort der Vorsitzenden der Außenhandelsberater CCE wider: „Der Rhein ist ein Fluss, der uns verbindet und nicht trennt!“. In diesem Sinne erscheint die deutsch-französische Zusammenarbeit in der Region Grand-Est sehr vielversprechend.

Ihr deutschsprachiger Steuerberater in Frankreich

 

Erneute Ausgangssperre in Frankreich : Unterstützungsmaßnahmen

Im Rahmen der erneuten Ausgangssperre in Frankreich kündigte die französische Regierung am vergangenen Donnerstag eine Erneuerung und eine massive Ausweitung der Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen in Form von finanziellen Hilfen an.

Nachstehend finden Sie einen kurzen Überblick über die wichtigsten angekündigten Maßnahmen.

 1. Staatlich gesichertes Darlehen

  • Die sechsmonatige Verlängerung dieser Regelung ist bekräftigt, sodass Unternehmen bis zum 30. Juni 2021 einen Antrag auf ein staatlich gesichertes Darlehen stellen können.
  • Die Darlehenstilgung erfolgt über 1 bis 5 weitere Jahre verteilt.
  • Ein erneuter Aufschub der Tilgung kann beantragt werden (d.h. insgesamt 2 Jahre), ohne dass dies als Zahlungsverzug angesehen wird.
  • Zu beachten ist, dass Unternehmen die nicht ausreichende, staatlich gesicherte Darlehen erhalten, bei der französischen Kommission zur Überprüfung finanzieller Schwierigkeiten von Unternehmen (sog. „CODEFI“) staatliche Beihilfen in Form von subventionierten Darlehen, eines rückzahlbaren Vorschusses oder eines Beteiligungsdarlehens beantragen können.

2. Der Solidaritätsfonds soll für alle Unternehmen während der Zeit der Ausgangssperre ausgebaut und wiedereingesetzt werden :

  • Der erste Teil der Beihilfe wird für Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten, die behördlich geschlossen wurden oder zu den Sektoren „S1“ und „S1 bis“ des Tourismusplans zählen und einen Umsatzverlust von mindestens 50% erleiden, auf 10.000 Euro pro Monat erhöht.
  • Die Beihilfe in Höhe von 1.500 Euro steht erneut Unternehmen aller Branchen mit weniger als 50 Beschäftigten und einem Umsatzverlust von mehr als 50% zur Verfügung.

3. Befreiungen und Stundungen von Sozialversicherungsbeiträgen innerhalb des Zeitraums der Ausgangssperre

  • Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten, die behördlich geschlossen werden oder die zu den von der Corona-Krise besonders betroffenen Sektoren gehören und einen Umsatzverlust von mindestens 50% erleiden, können von einer vollständigen Befreiung der Sozialversicherungsbeiträge Gebrauch machen.
  • Für Selbstständige werden die Sozialversicherungsbeiträge automatisch ausgesetzt.
  • Unternehmen, die bereits ihre Sozialversicherungsbeiträge gestundet haben, können im Falle von größeren Schwierigkeiten Nachlässe beantragen.

4. Deckung der Miete

  • Jeder Vermieter, der sich für den Verzicht von mindestens einer Monatsmiete im letzten Quartal bereit erklärt, kann von einer Steuergutschrift in Höhe von 30% der erlassenen Miete Gebrauch machen.

5. Kurzarbeit

  • Die derzeitigen Bedingungen werden bis zum 31. Dezember 2020 beibehalten.
  • Für die geschützten Sektoren oder diejenigen, die aufgrund behördlicher Anordnung schließen mussten, ist vom Arbeitgeber kein Restbetrag zu entrichten.Wir werden Ihnen nähere Einzelheiten zu diesen Regelungen mitteilen, sobald diese veröffentlicht werden.

Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung

Ihr deutschsprachiger Steuerberater in Frankreich

 

Persönliches Fortbildungskonto (sog. „CPF“) in Frankreich

Bereits zum 1. Januar 2015 wurde in Frankreich das sogenannte „Individuelle Recht auf Fortbildung“ (DIF) durch das sogenannte „Persönliche Fortbildungskonto“ (CPF) ersetzt.

Die durch die Beschäftigten im Rahmen des „Individuellen Rechts auf Fortbildung“ erworbenen und nicht bis zum 31. Dezember 2014 genutzten Stunden gehen nicht verloren. Um vom Saldo der im Rahmen des „Individuellen Rechts auf Fortbildung“ erworbenen Stunden Gebrauch machen zu können, müssen die Beschäftigten ihre vor dem 31. Dezember 2020 erworbenen Arbeitsstunden auf der Websitewww.moncompteformation.gouv.fr“ oder mit Hilfe der App „ Mon Compte Formation“ erfassen.

Im Rahmen des Gesetzes vom 5. September 2018 über die freie Wahl der beruflichen Zukunft wird das „Persönliche Fortbildungskonto“ in Euro (und nicht mehr in Stunden) angerechnet. Daher werden die am 31. Dezember 2020 auf dem „Persönlichen Fortbildungskonto“ erfassten Stunden im Rahmen des „Individuellen Rechts auf Fortbildung“ in Höhe von 15 € pro Stunde angerechnet.

Lohnabrechnung in Frankreich : wir stehen zu Ihrer Verfügung

 

Elektronische Erklärung des Beitragssatzes für Arbeitsunfälle (sog. „AT-MP“) in Frankreich

Gemäß dem Gesetz zur Finanzierung der Sozialversicherung für das Jahr 2020, sieht der Erlass vom 8. Oktober 2020 vor, dass der Beitragssatz für Arbeitsunfälle und berufsbedingte Krankheiten, der sogenannte „AT-MP“, ab dem 1. Januar 2021 für Unternehmen mit mindestens 10 Beschäftigten in elektronischer Form erklärt werden muss.

Um dieser Pflicht nachkommen zu können, müssen Unternehmen lediglich vor dem 1. Dezember 2020 ein sogenanntes „AT-MP-Konto“ auf der Internetseite www.net-entreprises.fr erstellen.

Die Erstellung dieses Kontos zieht automatisch die Einrichtung eines digitalen Benachrichtigungsdienstes nach sich.

Benachrichtigungsmethoden

Die Benachrichtigung des AT-MP-Beitragssatzes erfolgt elektronisch über den auf der Internetseite www.net-entreprises.fr zugänglichen Teledienst “Compte AT/MP”.

Die französische Krankenkasse übermittelt dem Arbeitgeber per E-Mail eine Anmeldebenachrichtigung, die im Benutzerbereich abrufbar ist. Die E-Mail beinhaltet in Form einer pdf-Datei den festgesetzten Beitragssatz.

Sanktionen

Die fehlende Anmeldung beim Teledienst “Compte AT-MP” hat Strafen für den Arbeitgeber zur Folge, und zwar:

  • Für Unternehmen mit weniger als 20 Beschäftigten eine Strafe von 0,5% der monatlichen Obergrenze der Sozialversicherungsbeiträge,
  • Für Unternehmen zwischen 20 und 150 Beschäftigten eine Strafe von 1% der monatlichen Obergrenze der Sozialversicherungsbeiträge,
  • Für Unternehmen mit mehr als 150 Beschäftigten eine Strafe von 1,5% der Obergrenze der Sozialversicherungsbeiträge.

Die Strafe wird pro Beschäftigten oder gleichwertigen Beschäftigten, der zur Belegschaft einer Niederlassung des Unternehmens gehört und für den eine fehlende Anmeldung festgestellt wird, fällig.

Der Arbeitgeber trägt die Haftung für jedes Jahr bzw. den Anteil des Jahres, in dem die fehlende Anmeldung festgestellt wird, dies allerdings bis zu einem jährlichen Höchstbetrag von 10.000 € pro Niederlassung.

Andere Entscheidungen hinsichtlich des Beitragssatzes „AT-MP“

Andere Entscheidungen der französischen Finanzverwaltung hinsichtlich des Beitragssatzes „AT/MP“ werden durch ein einfaches Schreiben mitgeteilt, dies mit Ausnahme:

  • der Auferlegung zusätzlicher oder ergänzender Sozialversicherungsbeiträge,
  • der Ablehnung der Gewährung von Ermäßigungen,
  • der Entscheidung der Einspruchserhebung durch die Krankenkasse.

Diese Entscheidungen werden unter Angabe eines bestimmten Datums mitgeteilt.

Wir können Ihnen bei der Erstellung Ihres „AT-MP“-Kontos unterstützen.

Ihr Lohn- und Gehaltsabrechnungsteam

 

 

 

 

Entwurf Finanzgesetz 2021 in Frankreich

Am 28. September hat die französische Regierung den Entwurf des Finanzgesetzes für 2021 vorgestellt („Projet de loi de finances“ oder „PLF“)

Neben der erwarteten Ertragssteuer-Reform impliziert der Entwurf zwei zeitlich begrenzte Maßnahmen zur Unterstützung von Unternehmen. Die erste Maßnahme zielt darauf ab, Transaktionen zur Neubewertung von Vermögenswerten steuerneutral zu gestalten. Zweitere Maßnahme ist auf die Verlängerung der Stundung von Kapitalgewinnen bei einem Sale and Lease Back eines Gebäudes durch ein Unternehmen ausgerichtet.

Im Rahmen der Steuergutschrift für Forschung und Entwicklung sollen die Verfahren zur Berücksichtigung von Aufwendungen für F&E, die Dritten übertragen wurde, angeglichen werden.

Schließlich sind Änderungen der umsatzsteuerlichen Regelungen geplant, insbesondere eine Verschiebung des Inkrafttretens der E-Commerce-Richtlinie sowie die Schaffung einer konzernbezogenen Regelung zu umsatzsteuerlichen Zwecken bis zum 1. Januar 2023.

 

Senkung der Ertragssteuern

 

Senkung der „cotisation sur la valeur ajoutée des entreprises“ oder „CVAE“ und Anpassung des Satzes der Obergrenze der frz. Gewerbesteuer, die sog. „contribution économique territoriale“ oder „CET

Zur Erinnerung besteht die frz. Gewerbesteuer bzw. „CET“ aus zwei verschiedenen Steuern: der „cotisation foncière des entreprises“ oder „CFE“ (deren Bemessungsgrundlage der steuerliche Wert des Grundbesitzes ist) und der „cotisation sur la valeur ajoutée des entreprises“ (welche von der Höhe des erwirtschafteten Gewinns des Unternehmens abhängig ist).

Halbierung der „CVAE“ für alle dieser Steuer unterliegenden Unternehmen

Der Steuersatz hinsichtlich der „CVAE“, die von den Steuerpflichtigen im Jahr 2021 und in den darauffolgenden Jahren abzuführen ist, soll um 50 % gesenkt werden.

Senkung des Höchstsatzes der „CET“ in Abhängigkeit der Wertschöpfung

Unternehmen, deren „CET“ mehr als 3% ihrer Wertschöpfung (auf frz. „valeur ajoutée“) ausmacht, können eine Entlastung in Form eines Steuerhöchstsatzes beantragen.

Der Höchstsatz soll von 3% auf 2% der Wertschöpfung gesenkt werden, umso sicherzustellen, dass alle Unternehmen, einschließlich der für diese Regelung in Frage kommenden Unternehmen, von der Senkung der „CVAE“ sowie der „CFE“ begünstigt werden.

 

Taxe foncière sur les propriétés bâties“ oder „TFPB” (Grundsteuer auf bebaute Grundstücke) und „CFE“: Modernisierung der Parameter der buchhalterischen Bewertungsmethode („ méthode dit comptable“), die zur Berechnung der Grundsteuer der meisten Industriebetriebe verwendet wird

Die „CFE“ und die „TFPB“ werden auf Grundlage des Immobilienmietwerts des Unternehmens berechnet (CGI, Art. 1388 und Art. 1467). Der Katastermietwert von Industriebetrieben wird durch Anwendung der sogenannten „buchhalterischen Bewertungsmethode“ beurteilt. Diese Buchhaltungsmethode basiert auf dem Anschaffungspreis (oder dem ursprünglichen Wert) der in der Bilanz des Unternehmens eingetragenen Immobilien – neu bewertet mit Hilfe von Koeffizienten, die je nach Erwerbsdatum der betreffenden Aktiva variieren – auf die “Zinssätze” angewendet werden, welche per Erlass des Obersten Verwaltungsgerichtshof („Conseil d’Etat“) festgelegt werden (CGI, Art. 1499).

Die seit 1973 nicht aktualisierten “Zinssätze”, sollen für ab 2021 veranlagte Steuern aktualisiert werden. Diese sollen für Grundstücke und Gebäude auf 4% und für Bauten und Anlagen auf 6% festgesetzt werden. Dies würde zu einer Halbierung der Steuerbemessungsgrundlage und infolgedessen der Grundsteuern führen. Nach Angaben der Regierung würde diese Senkung rund 32.000 Unternehmen betreffen, die über 86.000 Niederlassungen verfügen, d.h. eine Steuerermäßigung von 1,75 Milliarden Euro hinsichtlich der „TFPB“ und 1,54 Milliarden Euro hinsichtlich der „CFE“ sind zu erwarten.

Darüber hinaus soll die Regelung zur jährlichen Neubewertung des Mietwerts von Industriebetrieben (CGI, Art. 1518 bis) abgeändert werden, um diese an die für Geschäftsräume geltende Regelung anzupassen.

Zeitlich begrenzte Unterstützungsmaßnahmen

 

Steuerliche Neutralisierung einer ersten freien Neubewertung von Unternehmensvermögen (vorübergehende und optionale Maßnahme)

Ein Unternehmen, welches sein gesamtes Sach- und Finanzanlagevermögen unter den in Artikel L. 123-18 des französischen Handelsgesetzbuches vorgesehenen Bedingungen neu bewertet, kann sich dafür entscheiden, den Neubewertungsunterschied, nicht in das zu versteuernde Einkommen des Geschäftsjahres, in dem die Neubewertung vorgenommen wurde, zu berücksichtigen. Dies erfolgt unter folgenden Bedingungen:

  • Der erzielte Gewinn oder Verlust bei der Veräußerung von nicht abschreibungsfähigen Anlagegütern wird auf Grundlage des realen Wertes berechnet.
  • Der Neubewertungsunterschied im Zusammenhang mit abschreibbaren Anlagegütern in gleicher Höhe wird jährlich in das zu versteuernde Einkommen reintegriert, dies:
    • über einen Zeitraum von 15 Jahren für Gebäude sowie für Bepflanzungen und Bodenverbesserungen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattungen, die über einen Zeitraum von mindestens 15 Jahren abgeschrieben werden;
    • über eine Dauer von 5 Jahre für andere Anlagegüter.

Es handelt sich um eine optionale Maßnahme, da es im Interesse bestimmter Unternehmen liegen könnte, ihre nicht erzielten Kapitalgewinne sofort in ihr zu versteuerndes Einkommen einzurechnen.

Diese Maßnahme wäre auf die erste Neubewertungstransaktion anwendbar, die am Ende eines am oder nach dem 31. Dezember 2020 abgeschlossenen Geschäftsjahres und bis zum 31. Dezember 2022 verbucht wird.

 

Vorübergehende Wiedereinführung der Stundung des von einem Unternehmen erzielten Gewinns durch Sale and Lease Back

Ein Sale und Lease Back ist ein Vorgang, bei dem ein Unternehmen, das eine Geschäftsimmobilie besitzt, diese an einen Leasinggeber verkauft und sie gleichzeitig wieder in Form eines Immobilienleasing erwirbt und zum Leasingnehmer (Finanzleasingnehmer) wird. Dies ermöglicht der übertragenden Gesellschaft, die Nutzung des betreffenden Gebäudes beizubehalten und gleichzeitig seinen Cashflow wiederherzustellen.

Der aus dieser Transaktion resultierende Veräußerungsgewinn – der im Prinzip im Jahr der Veräußerung der Immobilie in voller Höhe zu versteuern wäre -soll in gleicher Höhe über die Laufzeit des Leasingvertrags verteilt werden, ohne dass diese Verteilung 15 Jahre überschreiten darf. Sollte das Gebäude jedoch vom Unternehmen erworben oder der Leasingvertrag gekündigt werden, soll der Restbetrag sofort versteuert werden.

Dieser Mechanismus soll nur für die bis zum 31. Dezember 2022 erworbenen Gebäude gelten.

Nur Transaktionen im Zusammenhang mit Immobilien, die eine gewerbliche, industrielle, handwerkliche, freiberufliche oder landwirtschaftliche Tätigkeit zugrunde legen (Immobilien, die der wirtschaftlichen Tätigkeit des Unternehmens dienen, mit Ausnahme von Immobilien, die der Verwaltung des eigenen Vermögens dienen, es sei denn, die Immobilien werden vom Pächter an ein Unternehmen verpachtet, von dem er im Sinne des Artikels 39, 12 des CGI abhängig ist und der das Vermögen für seine wirtschaftliche Geschäftstätigkeit nutzt) sollen von dieser Maßnahme Gebrauch machen können.

 

Innovation

 

Anpassungen der Steuergutschrift für Forschung und Entwicklung sowie der Steuergutschrift für Innovation

Abschaffung der Verdoppelung der Bemessungsgrundlage für an öffentliche Einrichtungen ausgelagerte Aufwendungen

Die Verdoppelung der Bemessungsgrundlage für an öffentliche Einrichtungen ausgelagerte Aufwendungen soll aufgehoben werden. Auf diese Weise sollen die gleichen Regeln für die öffentlichen Einrichtungen und die privaten Unterauftragnehmer Anwendung finden.

Diese Maßnahme würde für Aufwendungen ab dem 1. Januar 2022 gelten.

 

Umsatzsteuer

 

Verschiebung des Inkrafttretens der veränderten Umsatzsteuerregelung für den elektronischen Handel auf den 1. Juli 2021

Das Inkrafttreten der Bestimmungen des Artikels 147 des Finanzgesetzes 2020, mit dem der Gesetzgeber die ursprünglich für den 1. Januar 2021 vorgesehenen EU-Richtlinien bezüglich des Umsatzsteuersystems für den elektronischen Handel umgesetzt hat, soll auf den 1. Juli 2021 verschoben werden.

 

Schaffung einer konzernbezogenen Regelung zu umsatzsteuerlichen Zwecken

Artikel 11 der Richtlinie 2006/112/EG des Rates vom 28. November 2006 über das gemeinsame Umsatzsteuersystem soll umgesetzt werden, wonach jeder Mitgliedstaat mehrere Gesellschaften, die in diesem Mitgliedstaat ansässig sind, als eine umsatzsteuerpflichtige Person betrachten kann, selbst wenn diese rechtlich unabhängig sind. Diese müssen allerdings durch gegenseitige finanzielle, wirtschaftliche und organisatorische Beziehungen eng miteinander verbunden sein.

Diese konzernbezogene Regelung zu umsatzsteuerlichen Zwecken soll ab dem 1. Januar 2022 in Kraft treten, umso die Inanspruchnahme der Option vor dem 31. Oktober zu ermöglichen, dies vor dem Hintergrund der Anwendung der Regelung ab dem 1. Januar 2023.

 

Ihr deutsch-französischer Steuerberater

 

Entwurf Finanzgesetz 2021 in Frankreich